Flash und der Red Screen of Death

Nachmittags auf einen Kaffee? Aber hat das Café offen? Glücklicherweise erinnere ich mich daran, dass das Kaffeehaus eine Homepage besitzt. Darum schnell vor den PC, URL eintippen. Und dann Staunen. Ist das ein Blue Red Screen of Death?

Stopp, irgendwas ist doch faul hier.
Nicht, dass jemand denkt ich hätte das auf einem iPhone probiert, da ließe sich das wenigstens politisch erklären. Nein, ich bin auf einem aktuellen 64Bit Ubuntu. Seit Lucid funktioniert da nämlich Flash eigentlich fast problemlos. Aber wenn ich mich recht erinnere, auch nicht out of the Box. Wie ist das eigentlich bei Windows, Microsoft liefert doch sicher nicht Flash auf der Seven CD mit?

Flash - Savior of the Web?

Flash - Saviour of the Web?

Egal, auf Apple’s Smartphone gehts (auch mit Hack?) sowieso nicht, iPad dito.

Aber zurück zum eigentlichen Problem: Warum brauche ich zum Anzeigen von Öffnungszeiten eines Kaffehauses eine proprietäre Runtime? Eigentlich sollte ich diese geschlossene, anscheinend ressourcenhungrige Plattform doch gar nicht brauchen.
Für Video?
Nein, weil HTML5 das abdeckt und ablösen sollte, nein: ablösen wird.
Für interaktive Webseiten?

Nein, JavaScript holt hier dermaßen auf, JavaScript Frameworks sprießen hierfür nur so aus dem Boden.

Café offen, Webseite nicht?

Café offen, Webseite nicht?

Flash widerspricht doch dem offenen Ansatz des Webs. Ich kann z.B. auf keinerlei Ressourcen innerhalb einer Flash-Applikation von außen zugreifen.  Wären es herkömmliche statische Seiten im traditionellen Sinn, oder gar jegliche Daten im Sinn von REST, da könnte ich ganz simpel darauf zugreifen. Aber Daten innerhalb des Containers – nope.

Zurück-Button im Browser? Try It. Ich lehne mich mal etwas aus dem Fenster und behaupte, dass das mit einer HTML/JavaScript basierten Lösung besser funktioniert (obwohl man gerade bei der ganzen JavaScript Offensive aufpassen muss, nicht die selben Fehler von Flash wieder zu machen (BackButton)).

Welche Daseinsberechtigung hat Flash noch? Flash in der jetzigen Form stirbt doch aus, der einzige Rettungsanker wäre eventuell ein Open Sourceing von Flash.

Selbiges gilt natürlich auch für JavaFX oder gar Silverlight. Sind beides nicht eigentlich Technologien, die schon vom Start an zum Scheitern verurteilt sind?

Um meine Geschichte mit dem Nachmittagskaffee zu Ende zu erzählen; Ja, das (empfehlenswerte!) Café hatte offen, mein freier Tag war gerettet.

Und auch das Flash Plugin auf meinem Ubuntu Rechner läuft wieder. So kann ich die Website wieder ansehen. Aber eigentlich will ich ja das gesamte Plugin nicht mehr haben. Nicht am Ubuntu Desktop zu Hause, nicht am Windows Rechner, und schon gar nicht am Android Handy. Dafür gibt’s doch HTML und JavaScript. Das läuft wirklich überall. Auch in Zukunft.